Region Salento

Die Region Salento

Geografische Lage

Salento ist der Name einer 100 km langen und 40 km breiten Halbinsel im äußersten Südosten Italiens und wird oft auch als „Absatz“ des italienischen „Stiefels“ bezeichnet. Administrativ gehört die Halbinsel zur Region Apulien und umfasst die Provinz Lecce sowie Teile der Provinzen Taranto und Brindisi. Das Gebiet wird zuweilen auch als Terra d’Otranto bezeichnet. Ältere Namen für die Halbinsel sind Iapygia, Messapia und Salentina.

Die bedeutendsten Städte des Salento sind
Lecce, Brindisi, Gallipoli, Otranto, Maglie, Galatina und Nardò.

Geschichte

Aus vorgeschichtlicher Zeit sind Dolmen und Menhire als Reste der frühen Bauernkultur erhalten. In der Antike wurde das Gebiet von den Messapiern bewohnt, einem illyrischen Volksstamm, der seine Unabhängigkeit in Kriegen gegen die griechische Siedlung Taras (Taranto) verteidigen musste. Herodot berichtet von einem Krieg um das Jahr 474 v. Chr. zwischen Taras und der Lega Peuceta (einem Bündnis aus dem Gebiet um Bari), die dabei von der Lega Messapica (aus Salento) unterstützt wurde. In diesem Konflikt konnten die Messapier nach mehreren Kriegsjahren noch die Oberhand behalten, ab ca. 280 v. Chr. erlangte jedoch die Römische Republik in ganz Süditalien die Vorherrschaft.

Wirtschaftliche und künstlerische Blütezeit erlebte Lecce zwischen 1550 und 1750. Damals erhielt die Altstadt von Lecce auch ihr heutiges charakteristisch-barockes Aussehen. Zu bewundern sind zahlreiche Gebäude des typischen Lecceser Barockstils. Das römische Amphitheater wurde zur Zeit Mussolinis teilweise freigelegt, wobei wertvolle ältere Gebäude abgerissen wurden. 1955 wurde die staatliche Universität Lecce (heute Università del Salento) gegründet.

Sprache und Kultur

Der italienische Dialekt, der auf Salento gesprochen wird, unterscheidet sich völlig von jenen Mundarten, die im Rest Apuliens gesprochen werden.

Daneben gibt es auch einige griechische Sprachinseln die vermutlich durch eine mittelalterliche Migration entstanden sind oder sogar durch die antike griechische Immigration entstanden sind. Die „Grecia Salentina“ umfasst Ortschaften wie Corigliano, Melpigniano, Castrignano dei Greci, Martano, Calimera und weitere Dörfer.

Auch in der Architektur unterscheidet sich der Salento vom restlichen Apulien. Die traditionellen Wohnhäuser sind nach griechischer Art gebaut, d.h. sie sind oft weiß gekalkt und haben ein Flachdach. Die historischen Stadtzentren dagegen sind hauptsächlich im Barock-Stil erbaut, mit einigen typisch salentinischen Details wie der überbordenden Fassadenbemalung von Palazzi und Kirchen. Das beliebteste Baumaterial war die pietra leccese, ein Gestein mit einer warmen rötlich-gelben Farbe, aber auch der gelbe Carparo.

Im übrigen Apulien ist der typische historische Baustil im Gegensatz zu Salento vorwiegend romanisch.

Lage in Italien


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Lecce

Region: Apulien
Provinz: Lecce (LE)
Höhe: 49 m s.l.m.
Fläche: 238 km²
Einwohner: 96.000 (2011), davon 53% Frauen
Bevölkerungsdichte: 400 Einw./km²
Demonym: Leccesi
Schutzpatron: Sant’Oronzo, San Giusto und San Fortunato

Lecce (aus dem Lateinischen: Lupiae) ist eine Stadt in Apulien und die Hauptstadt der Provinz Lecce auf der Halbinsel Salento.

Im Umland von Lecce wird ein relativ weicher, gelblich/rötlicher Tuffstein „Carparo“ und der etwas härtere gelbliche Kalkstein „Pietra Leccese“ abgebaut, der die rasche Ausbreitung des salentinischen Barocks möglich machte, dessen zahlreiche Bauwerke in der Stadtmitte zu bewundern sind. Wegen des der Stadt eigenen barocco leccese wurde sie auch schon das „Florenz des Südens“ genannt. Eines der berühmtesten Beispiele des Barockstils von Lecce ist die Fassade der Basilika Santa Croce.

Lecce Geschichte

Die Gründung reicht ins Jahr 1211 v. Chr. und wird Malemnius zugeschrieben, dem Sohn des Dasumnus und ersten König der Salentiner. Weiter berichtet die Legende, die Stadt sei nach der Zerstörung Trojas von Lictius Idomeneus besetzt worden, der ihr auch ihren Namen verliehen und sie der griechischen Kultur erschlossen haben soll. Der Ursprung der Stadt Lecce ist in Dunkel gehüllt. Noch weniger ist über die Periode vom 4. bis 11. Jahrhundert bekannt. Es war eine Zeit der Kämpfe, der Plünderungen, der Ausbeutung; eine der düstersten des Mittelalters.
Ihre Glanzzeit erlebte die Stadt hingegen im späten Mittelalter. Sie gehörte damals zur Grafschaft Enghien und erwachte langsam zu neuem Leben nach dem Abstieg, dem sie nach dem Untergang des Weströmischen Reiches und im Verlauf der folgenden Jahre anheim gefallen war. Das rege Geistesleben, das seit jeher in der Stadt herrschte, trugen ihr den Namen „Athen Apuliens“ ein. Obwohl sie sich den Errungenschaften der Neuzeit keineswegs verschloss, hat sie doch ihr ursprüngliches Aussehen beibehalten; auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass die Kunst in Lecce Heimatrecht besitzt.

Gallipoli Geschichte

Die Stadt wurde von griechischen Kolonisten als Kallipolis gegründet. 265 v. Chr. verbündete sich Gallipoli mit der benachbarten griechischen Kolonie Taranto gegen die Römer. Der Widerstand wurde jedoch gebrochen. Die Eroberer erklärten die Stadt zu einem römischen Munizipium und stationierten eine Garnison. Im 5. Jahrhundert n. Chr. plünderten die Vandalen Gallipoli. Im Mittelalter war die Stadt zunächst normannisch, später staufisch, bevor sie 1266 unter Karl I. an das Haus Anjou fiel. Als die Dynastie in der Hauptstadt Neapel auf dem Thron saß, wurde das Castello errichtet und mehrfach umgebaut. Die anrückenden Venezianer waren 1484 gegen einen starken Widerstand siegreich, ließen die Stadt aber unzerstört. Die letzte Schlacht führte das franzosenfreundliche Gallipoli 1809 gegen die englische Flotte. Die Altstadt, auf einer Felseninsel gelegen, ist durch eine Brücke mit der auf dem Festland gelegenen Neustadt verbunden. Gallipoli ist Bischofssitz und hat ein Museum. Der griechische Name Kallipolis bedeutet auf deutsch „schöne Stadt“. Die Römer nannten die Stadt dann später Gallipoli.

Die historische Altstadt von Gallipoli ist in seinem Kalkstein-Untergrund von zahlreichen unterirdischen, antiken Olivenpressen „durchlöchert“. Gallipoli diente im Mittelalter und später als Olivenölproduzent für ganz Europa. Damals, als es noch kein elektrisches Licht gab, galt das hochqualitative Oel aus Gallipoli als das hellste Licht gebende Oel der Welt. Selbst der russische Zar und die Könige Schwedens bezogen Olivenöl aus Gallipoli.

Verkehrsmittel, Straßen

Lecce ist sehr leicht mit der italienischen Eisenbahn von Milano über Bologna, Rimini Ancona und Bari zu erreichen. Der nächstgelegene Flughafen befindet sich in Brindisi, nördlich von Lecce ca. 50 km entfernt. Mit dem Auto ist Lecce über die gut ausgebaute und mautfreie Schnellstrasse SS 16 (E 55) von Bari via Brindisi zu erreichen. Die Kernstadt ist von einem Ring mit circa 7 km Durchmesser umgeben, so dass die engen Straßen im Innenbereich kaum mit Durchgangangsverkehr belastet sind.

Reiseziel Salento

Die Halbinsel Salento ist heute ein zum Teil noch fast unentdecktes, vom Massentourismus entferntes Reiseziel. In Santa Cesarea Terme geben einem die Villen und Kurpaläste in maurisch-orientalischem Stil ein Gefühl von „1001 Nacht“. In dem Küstenthermalbad sprudeln schwefelhaltige Heilquellen aus Grotten. Am Cap Santa Maria di Léuca liegt am südlichsten Punkt Apuliens ein Pilgerort; hier steht ein Wallfahrtskloster zu Ehren der Muttergottes. Gallípoli an der Westküste der Halbinsel liegt einzigartig auf einer Insel. Otranto ist die östlichste Hafenstadt Italiens und von jeher ein wichtiger Brückenkopf an der Adria. Die Stadt liegt idyllisch auf einem Fels, im Norden grenzend an breite Sandstrände und Pinienwälder. Das landesinnere ist geprägt durch ausgedehnte Olivenhaine die regelrechte Wälder bilden und zum Teil viele Jahrhunderte alt sind. Diese mehrere Millionen von Olivenbäumen liefern das „Gold Apuliens“ ein qualitativ sehr hochstehendes Olivenöl, welches schon vor Jahrhunderten in die weite Welt exportiert wurde. Der Boden ist sehr fruchtbar und klimatisch bedingt können gut 3 Ernten pro Jahr auf dem gleichen Feld geerntet werden.